13. Tag happy holi am vorletzten Tag

Heute verbringen wir nochmals einen ganzen Tag in Kathmandu. Bevor es morgen nach Hause geht.

Heute ist happy holy (Fest der Farben), ein Feiertag in Nepal. Holi ist eins der farbenfrohsten Feste in Nepal. Symbol für den Frühlingsanfang und dem Sieg des Guten über das Böse. Viele

Es stellt eine Art Frühlingskarneval dar, bei dem sich Leute mit Farbbeuteln und Wasserbomben bewerfen. Im Gegensatz zu vielen hinduistischen Feiertagen, gibt es bei diesem Festival keine religiösen Anforderungen oder Gebete. Der Spaß und die Freude stehen im Vordergrund.

Den ganzen Tag wird laute Musik gespielt, die Menschen strömen durch die Straßen werfen mit Farbe und Wasser um sich. Stellenweise wird Eimerweise Wasser von den Balkonen und Dächern gekippt. Es werden Wasserbomben stellenweise mit Farbe gezielt auf Menschen geworfen. Was ein wenig schmerzhaft sein kann wenn Sie ungünstig trifft, da die Plastiktüten nicht so leicht platzen. Mir hat es nach einer Stunde gereicht. In erster Linie sind Gruppen von männlichen Jugendlichen unterwegs und mit zunehmendem Alkoholkonsum werden sie übermütiger. Und ich finde es nicht sehr angenehm von diesen ständig mit Farbe im Gesicht betatscht zu werden. Vereinzelt gibt es auch Gruppen von jungen Frauen. Nicht zu vergessen die Touristen. Die Chinesen sind natürlich auch in Gruppen anzutreffen. Diese waren die ersten heute früh,  alle schön einheitlich mit T-Shirts “happy holi 2019“, die hier an jeder Ecke angeboten werden. Ebenso die Farbe.

happy holi

Bevor ich mich ins Getümmel gestürzt habe, habe ich mir erstmal eine Massage am Vormittag gegönnt. Das Massageinstitut heißt “seeing hands“. Es sind blinde Therapeuten. Der Masseur hatte ganz schön viel Kraft in den Fingern und alle Schmerzpunkte getroffen. manchmal war ich kurz davor, den Masseur zu sagen er möchte weniger Druck anwenden. Ich habe mir eine Rücken-, Fuss- und Beinmassage gegönnt. Es war eine traditionelle Massage. Das Ganze hat eine Stunde gedauert und knapp 20 € gekostet.

Zum frühen abend fährt ein Teil unserer Gruppe ins Dwarika Hotel, dieses Hotel hat eine spannende Entstehungsgeschichte. Hier sind wir mit dem Sohn der Gründerin des Shanti-Leprahilfe Verein verabredet. Er kommt mit „seiner Tochter“. Dieses Mädchen hat er angenommen, es war eine Kaiserschnitt – Frühgeburt mit 1300 g Gewicht. Da die Mutter aus der Schicht der Ärmsten kommt, hatte des Krankenhaus kein Interesse sich richtig um das Frühchen zu kümmern. Heute ist sie 1,5 Jahre alt und ein aufgewecktest Kind. Aber auch hier in Nepal ist es  nicht so einfach, ein Kind zu adoptieren.

Dwarika Hotel

Er wir uns das Projekt in Kathmandu zeigen. Es ist ein recht umfangreiches Projekt. Es sind hier alle Altersklassen vorhanden. Von Kleinkind bis Alt. Die Menschen dürfen hier bis zum Lebensende wohnen bleiben. Seit dem Erdbeben platzt diese Einrichtung aus den Nähten und es wird, wo möglich angebaut. Das Haus ist von Nepalis mit traditioneller Malerei geschmückt worden. Alle Wände sind bunt und es gibt dadurch finde ich, eine zusätzliche wohlfühl Atmosphäre.

der Kindergarten

 

 

 

 

Nach dem Rundgang geht es zurück ins Dwarika, dort sind wir noch mit der Tochter der Hotelgründerin verabredet. Sangita hat nach dem Erdbeben ein Projekt für Ihre Landsleute ins Leben gerufen. Es entstand das Camp Hope und noch heute kämpft sie für diese Menschen. Aufgrund ihrer guten Beziehungen bis in die höhere politische Ebene, ist es ihr möglich einiges in Gang zu setzen. Was allerdings auch viel Kapital benötigt. Es war ein sehr aufschlussreiches Gespräch.

Sangita erzählt uns, dass die Regierung pro Haus für die Erdbebenopfer 3.000 – 3.500 $ zahlt. Was nur für einfache Hütten reicht, die wieder nicht erdbebensicher sind. Die Hütten die ihre Foundation bauen möchte, kosten ca. 8.500 $ und sind Erdbebensicher. Auch dieser Betrag wurde von der Regierung gedeckelt. Es musste alles noch einmal umgeplant werden, da die Häuser zuerst ca.10.000 $ gekostet hätten. Es wurden vier Geologen vorher damit beauftragt den Untergrund zu prüfen. Die Regierung lehnt es aber ab, ihr Geld auszuzahlen, sollten die Dorfbewohner ein Haus von der Foundation bekommen. Bereits ausgezahlte Gelder müssen dann zurück bezahlt werden. Auch musste jeder Dorfbewohner ein Papier unterschreiben indem er auf das Geld von der Regierung verzichtet, wenn er ein Erdbeben sicheres Haus bekommt. Dieses Papier hat fast jeder Dorfbewohner unterschrieben. Einige nehmen  lieber das Geld von der Regierung. Weil hier die Möglichkeit besteht das Haus wieder nach oben aufzustocken. So ein Gebäude hat eine Fläche von 3,5 x 3,5 m. Die anderen Häuser haben die dreifache Fläche. Können dafür aber nicht nach oben ausgebaut werden. Was aber in einem solch unsicheren Gelände Sinn macht.

Das Material für die 155 – 160 Häuser wurde schon gekauft. Mit allen Firmen wurden Festpreise ausgehandelt. Es muss jetzt mit dem Stiftungs eigenen Bulldozer und LKW erst einmal die Straße zu dieser Region ausgebaut werden. Dann kann das Material dorthin gebracht werden. Die Chinesen haben inzwischen eine Brücke erneuert. Zur Zeit ist es sehr schwierig überhaupt in diese Bergregion zu kommen.

Die Geologen haben den Grund und Boden nach einem Ampelsystem aufgeteilt. Grün bewohnbar, gelb für Landwirtschaft, rote Zone nichts, da gefährlich. Daher stellte sich das Problem, dass sich Grundstücke von einigen Dorfbewohnern in der roten Zone befanden. Daher kam die klare Ansage, wenn die Dorfbewohner in den grünen Zonen nicht bereit sind, Land natürlich gegen Bezahlung an ihre Mitbewohner abzugeben, würde gar nichts gebaut werden. Inzwischen hat jede Familie wieder ein Grundstück in der Region. Es mussten auch alte Kasten Probleme überwunden werden. Welche in erster Linie noch in den Köpfen der älteren und mittelalten Generation steckt.

Eine Schule wurde gerade fertig gestellt und das innerhalb von 3,5 Monaten. Auch das konnte nur so schnell gehen, da ein Festpreis mit den Baufirmen ausgehandelt war. Es existieren noch ganz viele Pläne, wodurch das Projekt bestimmt noch viele Jahre bestehen wird.

morgen geht es zurück…

und Tschüss…

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